Warum eine invasive Blutdruckmessung notwendig ist
Der Blutdruck ist die Kraft, die das zirkulierende Blut auf die Wände der Blutgefäße ausübt. Er ermöglicht den Blutfluss im gesamten Körper und kann in arteriellen, kapillären und venösen Druck unterteilt werden, wobei üblicherweise der arterielle Blutdruck im Körperkreislauf gemeint ist.
Die Aufrechterhaltung des Blutdrucks wird maßgeblich vom zirkulierenden Blutvolumen und dem Gefäßvolumen beeinflusst, die gemeinsam den mittleren Füllungsdruck des Kreislaufsystems bestimmen. Dieser mittlere Füllungsdruck hängt vom Gleichgewicht zwischen Blutvolumen und Gefäßvolumen ab. Eine Zunahme des Blutvolumens oder eine Abnahme des Gefäßvolumens führt zu einem Anstieg des mittleren Füllungsdrucks, während eine Abnahme des Blutvolumens oder eine Zunahme des Gefäßvolumens zu einer Abnahme des mittleren Füllungsdrucks führt.
Folglich kann ein erheblicher Blutverlust oder eine ausgedehnte Erweiterung kleiner Blutgefäße einen Blutdruckabfall verursachen.
Im Wesentlichen ist der Blutdruck ein wichtiger Aspekt der Herz-Kreislauf-Funktion, der die kontinuierliche Durchblutung des gesamten Körpers gewährleistet.
Im Leben fließt ständig Blut. Das Herz ist die treibende Kraft dieses Blutflusses und ein weiterer grundlegender Faktor bei der Blutdruckbildung. Wenn sich der Herzmuskel (Myokard) zusammenzieht, strömt Blut in die Blutgefäße, übt Druck auf die Gefäßwand aus und erweitert diese. Der systolische Blutdruck hängt hauptsächlich vom Schlagvolumen des Herzens ab, welches wiederum von der Kontraktionsfähigkeit des Herzens (linker Ventrikel), der Herzfrequenz und dem Blutvolumen abhängt. In der Ruhephase ziehen sich die großen Arterien elastisch zusammen, um den intravaskulären Druck aufrechtzuerhalten – den diastolischen Blutdruck. Die Höhe des diastolischen Blutdrucks hängt hauptsächlich vom peripheren Widerstand ab, der eng mit der Gefäßelastizität und der Funktion des rechten Ventrikels zusammenhängt. Da das Herz intermittierend schlägt, ändert sich der arterielle Blutdruck periodisch während des Herzzyklus.
Die nicht-invasive arterielle Blutdruckmessung, wie beispielsweise die traditionelle Manschettenmanometrie, ist relativ einfach, nicht-invasiv und wiederholbar; sie ist relativ leicht zu erlernen und hat ein breites Indikationsspektrum. Ihre Nachteile liegen jedoch auf der Hand: ① Sie ermöglicht keine kontinuierliche Messung, erfasst nicht den Blutdruck in jedem Herzzyklus und stellt keine arterielle Druckkurve dar; ② sie beeinflusst die Messergebnisse bei peripherer Vasokonstriktion, Hypovolämie und Hypotonie während einer Hypothermie.
Daher ist in vielen Fällen eine invasive arterielle Blutdruckmessung erforderlich. Die invasive Blutdruckmessung ist komplex und misst den intraarteriellen Blutdruck direkt mittels eines in die Arterie eingeführten Katheters. Diese Methode erfasst die Blutdruckveränderungen in jedem Herzzyklus und zeigt systolischen, diastolischen und mittleren arteriellen Blutdruck präzise und in Echtzeit an. Sie wird hauptsächlich in folgenden Fällen angewendet: ① Bei bestehender oder möglicher Kreislaufinstabilität, z. B. bei Schock, Flüssigkeitsverlust, Hypotonie, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzklappenerkrankungen, Diabetes mellitus usw.; ② Bei kardiovaskulären Eingriffen unter direkter Sichtanästhesie; intrakraniellen Anästhesieeingriffen und anderen lebensbedrohlichen größeren Operationen zur intra- und postoperativen Überwachung; ③ Bei anderen Erkrankungen, z. B. auf der Intensivstation.

Die meisten Studien legen nahe, dass Einwegsensoren bei routinemäßiger Anwendung über vier Tage sicher eingesetzt werden können. Nach längerer Anwendung, beispielsweise über acht Tage hinaus, steigt die bakterielle Kontaminationsrate des Katheters jedoch signifikant an. Bei den meisten kontaminierenden Bakterien handelte es sich um gramnegative Bakterien, und mehr als die Hälfte stammte aus der patienteneigenen Flora. Da der Sensorwechsel mit dem Auftreten einer Bakteriämie zusammenhängt, ist ein häufiger Sensorwechsel nicht erforderlich.

Die US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) gaben in ihren Leitlinien zur Infektionsprävention bei intravaskulären Kathetern aus dem Jahr 2017 folgende Empfehlungen zum Einsatz von Drucksensoren ab:
1. Verwenden Sie nach Möglichkeit Einweg- statt Mehrwegsensorkomponenten.
2. Einweg- oder Mehrwegsensoren wurden alle 96 Stunden ausgetauscht. Beim Austausch des Sensors sollten auch andere Systemteile (einschließlich Schläuche, Spülvorrichtungen und Spüllösungen) ersetzt werden.
3. Minimieren Sie die Anzahl der Bedienungsvorgänge am Drucküberwachungssystem und seinen Anschlüssen. Verwenden Sie ein geschlossenes Spülsystem (d. h. kontinuierliche Spülung) anstelle eines offenen Spülsystems (d. h. Verwendung einer Spritze und eines Dreiwegehahns), um die Durchgängigkeit des Drucküberwachungssystems zu gewährleisten.
4. Über das Drucküberwachungssystem dürfen keine glucosehaltigen Lösungen oder parenterale Ernährungslösungen infundiert werden.
5. Der routinemäßige systemische prophylaktische Einsatz von antimikrobiellen Mitteln zur Vorbeugung bakterieller Infektionen wird nicht empfohlen.


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